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Austausch zum Thema "Jugendliche und Drogen"
15.06.2011  
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Fünf ukrainische Fachkräfte aus der Jugendarbeit verbrachten auf Einladung der dbb jugend nrw acht Tage in Nordrhein-Westfalen, um sich eine möglichst konkrete Vorstellung von der Situation drogengefährdeter und drogenabhängiger Jugendlicher in Deutschland zu machen. Hierfür hatte die dbb jugend nrw ein umfangreiches Fachprogramm auf die Beine gestellt.

In keinem anderen Lebensabschnitt ist der Konsum von Drogen so verbreitet wie in der Jugendzeit. Bei dem einen ist es Streit mit den Eltern, bei dem anderen sind es Probleme in der Schule, der Dritte will einfach nur mal was Neues ausprobieren. Doch viele unterschätzen die Gefahr und glauben, den Konsum der Rauschmittel im Griff zu haben - und rutschen dabei immer tiefer in die Abhängigkeit. Mit diesem Thema beschäftigte sich die dbb jugend nrw vom 4.-11. Juni im Rahmen eines internationalen Fachkräfteaustauschs mit der Ukraine.

Fünf Fachkräfte aus der Ukraine begrüßte die
dbb jugend nrw vom 4.-11. Juni in NRW
Angefangen bei der polizeilichen Drogen- und Suchtvorbeugung in Düsseldorf, über die Vorbeugungs- und Beratungsarbeit bei der Düsseldorfer Drogenhilfe e.V. bis hin zum ausstiegsorientierten Beratungs- und Hilfeangebot der Düsseldorfer Drogenberatungsstelle „komm-pass“ verschafften sich die ukrainischen Fachkräfte einen umfassenden Überblick über die Situation in NRWs Landeshauptstadt. Hier ergaben sich viele interessante Gespräche, die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch sowie für die Ukrainer manch überraschende Information: Ein öffentlicher Konsumraum, in dem selbst mitgebrachte Drogen unter hygienischen Bedingungen konsumiert werden können? Was in Düsseldorf seit Ende 2006 Realität und inzwischen gut erprobte Praxis ist, wäre in der Ukraine absolut undenkbar.
Da Drogen auf das zentrale Nervensystem wirken, können neben Sucht auch Psychosen die Folge sein. So kommt eine Studie der Universität Maastricht beispielsweise zu dem Ergebnis, dass der Konsum von Cannabis in der Jugend das Risiko psychotischer Erkrankungen nahezu verdoppelt. Aus diesem Grund besuchte die Gruppe aus der Ukraine auch die Uniklinik in Köln und führte Gespräche in der dortigen Kinder- und Jugendpsychiatrie. Vermittelt wurden diese Termine von zwei Mitarbeitern der Uniklinik, beide Mitglied der dbb jugend nrw. Im vergangenen Jahr hatten Martin Horchler und Martin Sütterlin an einer Fachkräftemaßnahme zum gleichen Thema in der Ukraine teilgenommen. Logisch, dass nicht nur der Wissensdurst, sondern auch die Wiedersehensfreude groß war.

Beim Besuch der Zentralsterilisation in der Kölner Uniklinik war Schutzkleidung Pflicht

Bei ihrem Termin in der Uniklinik besuchte die Delegation auch das "Teddybärkrankenhaus",
in dem kranke Kuscheltiere behandelt werden
Der gemeinsame Gebrauch von Drogenspritzen wird in der Ukraine immer noch für den Großteil der HIV-Neuinfektionen verantwortlich gemacht. So fand auch das Thema HIV / AIDS seine Berücksichtigung in der Programmgestaltung der dbb jugend nrw. In einem Termin bei der AIDS-Beratung im Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf erfuhren die ukrainischen Gäste anschaulich am eigenen Leib, wie dort präventiv mit Schulklassen zu dieser Thematik gearbeitet wird. Auch das Programm zur AIDS-Prävention des Jugendrot­kreuzes Nordrhein lernten die Fachkräfte aus der Ukraine in einem Besuch näher kennen. Komplettiert wurde dieser Themenbereich durch ein Treffen mit einem Kooperationspartner der dbb jugend nrw: der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V. Sabine Symonds, zuständig für Schoolwork und Jugendprävention, ermöglichte der Gruppe u.a. ein Gespräch mit zwei Betroffenen, die schon seit vielen Jahren mit der Diagnose „HIV-positiv“ leben. Dieser Austausch vermittelte der Gruppe einen ehrlichen, ungeschminkten und intimen Eindruck in das Leben von HIV-Infizierten und wird den ukrainischen Jugendvertretern sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Mit vielen neuen Eindrücken, Erkenntnissen und Freunden traten die Jugendvertreter nach acht randvoll gefüllten Tagen wieder die Heimreise in die Ukraine an. Jedoch nicht ohne der dbb jugend nrw ein Versprechen abzuringen: nämlich im nächsten Jahr zum Gegenbesuch in die Ukraine zu reisen. Ein Versprechen, das die dbb jugend nrw natürlich gerne gegeben hat.