Dem öffentlichen fehlt Personal – aktuellen Erhebungen zufolge mehr als 630.000 Beschäftigte. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen.
„In den nächsten zehn Jahren werden über 1,4 Millionen Beschäftigte altersbedingt aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, am 8. September 2026 in Berlin, bei einem Treffen mit dem Bundestagsabgeordneten Lukas Benner (Grüne). „Angesichts der Personalsituation müssen wir bei Bürokratieabbau und Digitalisierung den Turbo einlegen, um die Beschäftigten zu entlasten. Was digital möglich ist, muss auch digital funktionieren. Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmende sich für Behördengänge freinehmen müssen. Und überall dort, wo es hingegen auf den persönlichen Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern ankommt, muss ausreichend Personal zur Verfügung stehen.“
Für die dbb jugend steht fest: Trotz des technologischen Wandels wird der öffentliche Dienst auch künftig auf ausreichend qualifizierte Fachkräfte angewiesen sein.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs lag auf den Bedürfnissen junger Menschen im öffentlichen Dienst. „Wenn wir das Ruder herumreißen wollen, müssen wir vor allem die Interessen der jungen Menschen in den Fokus rücken“, forderte Fandrejewski. „Denn sie sind die Fachkräfte der Zukunft. Flexibilität bei den Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten, und Top-Sharing sollten überall dort, wo es theoretisch umsetzbar ist, selbstverständlich sein. Dasselbe gilt für eine zeitgemäße Ausstattung. Sonst kann der öffentliche Dienst im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um die besten Köpfe nicht bestehen.“