Im Dienst angegriffen dbb jugend fordert mehr Schutz und Prävention

Im Nahverkehr, auf dem Amt, im Einsatz: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sind immer häufiger Gewalt ausgesetzt. Was jetzt zu tun ist.

„Es kann nicht sein, dass Menschen angegriffen werden, weil sie ihren Job machen“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, am 9. Oktober auf dem Bundesjugendausschuss in Nürnberg. „Das gesellschaftliche Klima wird immer rauer. Wir müssen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst besser schützen, aber auch systematisch an die Ursachen heran. Niemand soll mit Angst zur Arbeit gehen.“

Besorgniserregender Trend

„Sorge bereitet mir vor allem, dass es inzwischen fast überall Vorfälle gibt“, ergänzte Daria Abramov, Erste stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend. „Besonders schockierend ist, dass auch immer wieder Rettende zu Opfern werden. Ich erwarte, dass sich der Staat hinter seine Beschäftigten stellt und eine Null-Toleranz-Strategie fährt.“

Aus Sicht der dbb jugend braucht es funktionierende Sicherheitskonzepte in den Behörden, Meldesysteme und Fortbildungen. Abramov: „Tatsache ist auch, dass die Politik das Ansehen des Staates verbessern muss. Wir brauchen Bürokratieabbau, mehr Digitalisierung und bessere Arbeitsbedingungen, die einen besseren Service ermöglichen. Denn zufriedene Bürgerinnen und Bürger werden seltener ausfallend.“

Hintergrund: Eine umfassende Studie zum Thema haben das Bundesinnenministerium und der dbb im Jahr 2022 vorgelegt. Demnach war jede vierte Person im öffentlichen Dienst schon einmal mit Gewalt konfrontiert. Darüber hinaus gibt es Erhebungen, die sich auf die verschiedenen Sparten beziehen: Zum Beispiel gegen 60 Prozent der Schulleitungen an, dass die körperliche und psychische Gewalt in den Schulen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat. Das geht aus einer Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) hervor. Und im öffentlichen Nahverkehr steigt die Zahl der Übergriffe aufs Personal, teilt die Bahn mit.

 

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