Ohne ehrenamtliches Engagement würde vieles in der Gesellschaft nicht funktionieren. Wer sich einsetzt, sollte an anderer Stelle profitieren.
Bahnhofsmission, Freiwillige Feuerwehr, Hospizdienst, Sportverein: „Es gibt unzählige Bereiche im Leben, in denen wir als Gesellschaft dankbar sind, dass sich andere Menschen engagieren“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, am 9. September 2026 in Berlin bei einem Treffen mit Jan Krampe, Bundestagsabgeordneter der Linkspartei. „Natürlich soll das Ehrenamt auch von Leidenschaft leben. Allen, die sich einsetzen, geht es um die Sache und das soll auch so bleiben. Trotzdem müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern. Denn davon profitiert die gesamte Gesellschaft.“
Wer sich ehrenamtlich engagiert, sollte mehr Vorteile erhalten, betonte Fandrejewski. Denkbar seien zum Beispiel Vergünstigungen bei kommunalen Angeboten in Kultur, Sport und Freizeit. Außerdem muss es auch darum gehen, Anreize für mehr Engagement zu setzen, insbesondere im Berufsleben. Fandrejewski: „Gewerkschaften tragen zu attraktiven Arbeitsbedingungen bei, die bei den Beschäftigten für mehr Zufriedenheit sorgen. Und davon profitieren auch die Arbeitgebenden. Ich werbe dafür, dass Unternehmen und der Staat die Förderung des Ehrenamts als Investition sehen. Denn alle, die sich engagieren, erwerben Kompetenzen, die auch im Job nützlich sind.“
Die dbb jugend fordert, die im Ehrenamt erworbenen Kompetenzen auch in Bewerbungsverfahren zu berücksichtigen. Weiterhin sollen sogenannte Ehrenamtstage Beschäftigten die Möglichkeit geben, bei einer gemeinnützigen Organisation hineinzuschnuppern. „Nicht zuletzt brauchen wir im öffentlichen Dienst mehr Sonderurlaubstage für gewerkschaftliche Zwecke“, forderte der Chef der dbb jugend. „Ideal wäre das hessische Modell, wo es keine Obergrenze gibt.“