Bundesjugendtag wählt Matthäus Fandrejewski zum neuen Vorsitzenden

dbb jugend: Öffentlicher Dienst braucht dringend ein Update

Deutschlands öffentlicher Dienst muss grundlegend modernisiert werden, sonst wird sich der Nachwuchs vom Staat abwenden, warnt die dbb jugend.

„Sowohl in gesellschaftspolitischer Hinsicht als auch als Arbeit- und Dienstgebender braucht der öffentliche Dienst dringend ein Update, wenn der Staat das Vertrauen insbesondere der jungen Menschen nicht verspielen will“, sagte Matthäus Fandrejewski unmittelbar nach seiner Wahl zum neuen Vorsitzenden der dbb jugend durch den Bundesjugendtag am 6. Mai 2022 in Berlin. Insbesondere die Corona-Pandemie habe erschreckende Defizite bei der Reaktionsgeschwindigkeit und Krisenfestigkeit des Staats aufgezeigt, erläuterte Fandrejewski: „Das lag nicht an den Beschäftigten, die mit hoher Motivation und großem Engagement ihre Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Wir haben vielmehr die Strukturmängel vor Augen geführt bekommen, die jahrzehntelange Sparpolitik auf der einen und massiver Aufgaben- und Bürokratieaufwuchs auf der anderen Seite produzieren. Die Kolleginnen und Kollegen leiden ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger unter dieser Schwerfälligkeit und geringen Agilität des Staats. Der macht insbesondere bei den Jüngeren nicht nur als Dienst- und Arbeitgebender einen schlechten Eindruck, sondern auch bei allen jungen Menschen, für die digital selbstverständlich ist, die beim Staat aber auf Neandertal treffen.“

dbb Chef Ulrich Silberbach unterstrich die Warnung des dbb jugend Vorsitzenden: „In den kommenden Jahren gehen hunderttausende Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand. In Anbetracht der schon heute bestehenden Personallücke von mehr als 300.000 Beschäftigten muss der Staat schleunigst aus seinem Dornröschenschlaf erwachen und sich im Wettbewerb um die besten Köpfe als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Das schafft man nur mit modernen Arbeitsbedingungen, zeitgemäßer technischer Ausstattung und echten Perspektiven. Wer immer noch Spitzenplätze bei befristeten Arbeitsverhältnissen belegt und Laufställe als Laufbahnen verkaufen will, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“, so Silberbach. Der dbb Bundesvorsitzende gratulierte dem neuen dbb jugend Chef Matthäus Fandrejewski zur Wahl. Der 32-Jährige ist ebenso wie Silberbach Mitglied der komba gewerkschaft und seit 2013 Vorsitzender der CESI Youth, Jugendorganisation des europäischen dbb Dachverbands CESI (Confédération Européenne des Syndicats Indépendants). Er folgt auf Karoline Herrmann, die seit 2017 an der Spitze der dbb jugend stand.

An die Seite des neuen dbb jugend Vorsitzenden Matthäus Fandrejewski, der qua Amt auch Mitglied der dbb Bundesleitung ist, wählte der Bundesjugendtag Sandra Heisig von der DSTG-Jugend (Deutsche Steuer-Gewerkschaft) als 1. Stellvertretende Vorsitzende sowie Daria Abramov (komba jugend - komba gewerkschaft), Claudio Albrecht (GDL-Jugend - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) und Toni Nickel (Junge Polizei - Deutsche Polizeigewerkschaft) als weitere stellvertretende Vorsitzende der Bundesjugendleitung. Sie übernehmen die Mandate der bisherigen Bundesjugendleitungsmitglieder Liv Grolik, Philipp Mierzwa, Marcel Oehm und Florian Schütz, die gemeinsam mit Ex-dbb jugend Chefin Karoline Herrmann mit großem Dank und viel Applaus verabschiedet wurden.

 

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