Im Gespräch mit Staatsministerin Christiane Schenderlein hat die dbb jugend die Stärkung des Ehrenamts gefordert. Es gibt noch viel zu tun.
„Bei der Feuerwehr, im Gemeinderat und im Vereinsleben würde es ohne das großartige Engagement von zahlreichen Freiwilligen nicht funktionieren“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, bei einem Treffen mit Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Ehrenamt und Sport, im Bundeskanzleramt am 10. Juni 2026. „Für eine resiliente Gesellschaft ist es unverzichtbar, junge Menschen möglichst früh fürs Ehrenamt zu gewinnen. Wer einmal erlebt hat, wie erfüllend und sinnstiftend ein Ehrenamt ist, bleibt meist ein Leben lang dabei.“
Sorge bereitet dem Chef der dbb jugend, dass viele junge Menschen sich den politischen Extremen zuwenden: „Ein starkes Ehrenamt ist das Rückgrat der Demokratie“, sagte er. „Ziele gemeinsam verfolgen, Mehrheitsentscheidungen akzeptieren und Menschen mit anderen Hintergründen begegnen, all das sind demokratische Grundkompetenzen, die im Ehrenamt gelebt werden.“
Der Effekt ist wissenschaftlich belegt: Aus einer Studie der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt geht hervor, dass alle, die sich ehrenamtlich engagieren, seltener demokratiefeindliche Einstellungen aufweisen.
„Wir werden auch Möglichkeiten prüfen, ehrenamtliches Engagement für junge Menschen attraktiver zu machen“, heißt es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Der Vorsitzende der dbb jugend kommentiert: „Wenn man genau liest, handelt es sich hierbei nur um eine Absichtserklärung. Denn aus einer Prüfung folgen nicht notwendigerweise Taten. Wir werden der Bundesregierung genau auf die Finger schauen und weiterhin auf ein attraktives Ehrenamt für junge Menschen pochen.“
Daria Abramov, Erste stellvertretende Vorsitzende der dbb jungend, begrüßte, dass die Erhöhungen der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschalen zum Jahreswechsel in Kraft getreten sind. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und ein Ausdruck von Wertschätzung“, sagte sie. Nun gelte es, weitere Verbesserungen anzupacken. Unter anderem fordert die dbb jugend:
Gewährung von Sonderurlaubstagen/Dienstbefreiungen ohne formale Obergrenze
Berücksichtigung von im Ehrenamt erworbenen Kompetenzen bei der Bezahlung im öffentlichen Dienst
Vereinfachung von Förderungen und Beantragungsverfahren für ehrenamtliches Engagement
Abramov verwies darauf, dass auch Arbeitgebende von einem starken Ehrenamt profitieren: „Wer sich ehrenamtlich engagiert, bildet sich weiter und erlernt neue Kompetenzen, die sich im Arbeitsalltag einbringen lassen. Deshalb werbe ich ausdrücklich dafür, Fehlzeiten, die mit einem Ehrenamt einhergehen, als Investition in die eigenen Beschäftigten zu sehen.“