Quality Jobs Roadmap EWSA: Gute Arbeit stärkt Europas Wettbewerbsfähigkeit

Beratendes EU-Organ von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft definiert gute Arbeit.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) hat auf seiner Plenartagung am 15. Juli 2026 die Stellungnahme zur „Quality Jobs Roadmap“ verabschiedet. Darin unterstützt er die Initiative der Europäischen Kommission für hochwertige Beschäftigung und betont zugleich, dass Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität, Innovation und sozialer Fortschritt Hand in Hand gehen müssen.

Angesichts des ökologischen, digitalen, demografischen und geopolitischen Wandels misst der EWSA hochwertigen Arbeitsplätzen eine zentrale Bedeutung für die Zukunft des europäischen Wirtschafts- und Sozialmodells bei. Gute Arbeitsbedingungen seien nicht nur eine soziale Frage, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit Europas.

Der Ausschuss unterstützt das Ziel, europaweit ein gemeinsames Verständnis von guter Arbeit zu fördern. Dabei verweist er auf bestehende Arbeiten der OECD, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound). Auf dieser Grundlage könnten gemeinsame Indikatoren entwickelt werden, die beispielsweise Entlohnung, Gesundheitsschutz, Qualifizierungsmöglichkeiten, Arbeitszeitqualität, Gleichbehandlung, Mitbestimmung und sozialen Dialog erfassen. Diese Indikatoren könnten künftig in das soziale Scoreboard der Europäischen Union integriert werden. Gleichzeitig warnt der EWSA vor zusätzlicher Bürokratie und fordert, bestehende Instrumente zu nutzen statt neue Berichtspflichten zu schaffen.

Besondere Bedeutung misst der Ausschuss dem Zusammenspiel von hochwertigen Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit bei. Investitionen, Innovation, berufliche Qualifizierung und gelingende Transformationsprozesse seien wesentliche Voraussetzungen für gute Arbeit. Der EWSA fordert deshalb, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die Sozialwirtschaft sowie Branchen mit Fachkräftemangel stärker zu unterstützen. Ziel müsse es sein, Beschäftigungsqualität, Wettbewerbsfähigkeit und territorialen Zusammenhalt gleichermaßen zu fördern.

Ein weiterer Schwerpunkt der Stellungnahme ist die Rolle der Sozialpartner. Nach Auffassung des EWSA können hochwertige Arbeitsplätze nur dann dauerhaft gesichert werden, wenn sozialer Dialog und Tarifverhandlungen eine zentrale Rolle spielen. Sie ermöglichen es, auf unterschiedliche nationale und sektorale Gegebenheiten einzugehen, Veränderungen planbarer zu gestalten und Beschäftigte aktiv an Transformationsprozessen zu beteiligen.

Der EWSA unterstreicht zudem, dass die Roadmap mit dem bestehenden europäischen Rechts- und Politikrahmen in Einklang stehen muss. Dazu zählen insbesondere die Europäische Säule sozialer Rechte, geltende EU-Richtlinien sowie die europäischen Koordinierungs- und Finanzierungsinstrumente. Neue Maßnahmen müssten verständlich, verhältnismäßig und rechtssicher ausgestaltet werden und die Vielfalt der nationalen Arbeitsbeziehungsmodelle respektieren.

Mit seiner Stellungnahme sendet der EWSA die Botschaft, dass hochwertige Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke keine Gegensätze sind. Vielmehr betrachtet er gute Arbeit als wesentliche Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige, sozial gerechte und zukunftsfähige Europäische Union.

 

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