Zum Berufsbeamtentum kursieren viele Vorurteile. Zum Beispiel mit Blick auf die Arbeitszeit.
„Beamtinnen und Beamte sorgen dafür, dass der Staat systemrelevante Aufgaben jederzeit zuverlässig erledigen kann, sie halten das Land am Laufen“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, am 24. Juli 2026 bei einem Gespräch mit Johannes Winkel, dem Vorsitzenden der Jungen Union, in Berlin. „Deshalb ärgert es mich, wenn den Kolleginnen und Kollegen unterstellt wird, dass sie zu wenig arbeiten. Während viele Tarifverträge, zum Beispiel in der Industrie, eine Wochenarbeitszeit von 35 Stunden festlegen, arbeiten die Beamtinnen und Beamten des Bundes, also bei Zoll und Bundespolizei, 41 Wochenstunden. Und aktuell plant der Hamburger Senat, die Wochenarbeitszeit für seine verbeamteten Beschäftigten von 40 auf 41 Stunden zu erhöhen. Dieses Beispiel verdeutlicht: Mit den Beamtenklischees muss Schluss sein!“
Weiterhin verwies Fandrejewski darauf, dass Beamtinnen und Beamte durchaus ein positives Ansehen genießen – oft allerdings nur in Zusammenhang mit einer konkreten Berufsbezeichnung: „Die Einsatzkräfte bei der Feuerwehr führen im dbb Monitor jedes Jahr das Ranking der angesehensten Berufe in Deutschland an. Fragt man nach dem Ansehen von Beamtinnen und Beamten, fällt das Ergebnis deutlich schlechter aus. Das ist widersprüchlich. Offenbar ist vielen Menschen nicht bewusst, dass es sich bei den Beschäftigten der Berufsfeuerwehr um verbeamtete Kolleginnen und Kollegen handelt.“
Teil des Gesprächs waren auch die Vorschläge der Rentenkommission: „Ich begrüße den Vorschlag, verstärkt auf kapitalgedeckte Elemente zu setzen“, sagte der Vorsitzende der dbb jugend. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Andere Länder, darunter Schweden, machen bereits vor, wie es geht!“