Die Regierung will das Bafög modernisieren – so steht es zumindest im Koalitionsvertrag. Nun steht das Vorhaben auf der Kippe.
Es sei „kein Drama, wenn Studierende neben Studium jobben“ und es werde „kein Vollkaskostudium“ geben – mit diesen Worten wird Wissenschaftsministerin Dorothee Bär in den Medien in der Debatte um das Bafög zitiert.
„Offenbar ist der Ministerin nicht bewusst, dass viele Studierende bereits neben dem Studium arbeiten und das Geld trotzdem nicht reicht“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, am 1. Juni 2026 in Berlin. „Das betrifft vor allem Studierende in Großstädten, wo die Mieten selbst für Berufstätige oft kaum noch zu stemmen sind. Die Hochschulbildung darf nicht weiter zum Privileg oberer sozialer Schichten werden. Junge Studierende, insbesondere aus Arbeiterfamilien, sind auf das Bafög angewiesen.“
Das Bafög wurde zuletzt im Juli 2024 um 58 Euro erhöht. Fandrejewski: „Die Regierung hat im Koalitionsvertrag ausdrücklich vereinbart, dass der Bafög-Satz angehoben wird. Junge Studierende haben sich darauf verlassen. Ich frage mich, wie viel Vertrauen die Regierung noch verspielen will“ – der Vorsitzende der dbb jugend verweist auf die Ergebnisse der aktuellen Trendstudie Jugend in Deutschland, wonach sich junge Menschen immer stärker den politischen Rändern zuwenden, weil sie dort noch gehört werden. „Wollen wir, dass sich dieser Trend fortsetzt? Nein, das wollen wir nicht! Allerdings unternimmt die Regierung gerade alles dafür, dass es dazu kommt“, kritisierte Fandrejewski.
Nicht zuletzt handele es sich bei der Bafög-Reform auch um eine Investition in die Innovationsfähigkeit Deutschlands. „Wir müssen in Bildung und Forschung investieren, sonst verlieren wir den Anschluss!“