Deutscher Philologenverband (DPhV) Abitur: Vergleichbarkeit braucht mehr als zentralen Aufgabenpool

„Den zentralen Abituraufgabenpool als die Lösung für eine stärkere Vergleichbarkeit der Länderabiture zu betrachten, war und ist zu kurz gedacht. Die unterschiedlichen Reaktionen der Länder auf das Matheabitur in diesem Jahr zeigen aktuell die Begrenztheit dieses von Politik und Wissenschaft vorangetriebenen Weges. Für mehr Vergleichbarkeit auf höherem Niveau sind weitergehende Maßnahmen nötig“, sagte die DPhV Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing am 31. Mai 2019.

Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder müssten sich besser als bisher untereinander und mit dem Berliner Institut für Qualitätssicherung im Bildungswesen (IQB) abstimmen, das für die Standards und den Abiturprüfungspool zuständig ist. Lin-Klitzing: „Gerade dieses Jahr zeigt aber auch, dass eine Konzentration auf Aufgabenpools, Standards und wissenschaftliche Institute nicht ausreicht.“ Eine stärkere Vergleichbarkeit fang auch „nicht erst bei den Abiturprüfungen an“, so Lin-Klitzing. „Ich habe die überstarke Fokussierung auf den zentralen Abiturprüfungspool nie verstanden, sondern immer wieder darauf hingewiesen, dass sich die Abiturnote lediglich zu circa 25 Prozent aus allen schriftlichen Abituraufgaben zusammensetzt. Das ist nicht wenig, aber der weitaus größere Anteil der Abiturnote, nämlich zwei Drittel, wird durch die Schülerinnen und Schüler in der gesamten Oberstufenzeit erbracht. Hier müssen sie adäquat gefordert und gefördert werden, um gut auf die anschließenden Abiturprüfungen vorbereitet zu sein.“

 

 

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