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Ältere haben ein Recht auf gute Pflege und digitale Teilhabe

Vor allem ältere Menschen haben einen großen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie geleistet. Sie verdienen gute Pflege und müssen bei der Digitalisierung mitgenommen werden.

„Gerade die älteren Menschen haben in der Anfangsphase der Pandemie die größten persönlichen Einschränkungen auf sich nehmen müssen. Damit haben sie dazu beigetragen, die Verbreitung des Corona-Virus frühzeitig auszubremsen. Das verdient höchste Anerkennung“, erklärte dbb senioren Chef Horst-Günther Klitzing am 1. Oktober 2021, dem Internationalen Tag der älteren Menschen.

Zudem hätte die hohen Impfbereitschaft der über 60-Jährigen– rund 84 Prozent dieser Altersgruppe ist bereits vollständig geimpft –entscheidend dazu beigetragen, dass Deutschland vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen ist. „Nicht nur, dass mit jeder Impfung die Pandemie verlangsamt wird und die vulnerablen Gruppen besser geschützt sind, ohne die Hilfe von Oma und Opa wäre Homeoffice und Kinderbetreuung für viele Familien im ‚Lockdown‘ kaum machbar gewesen“, so Klitzing.

Die Pandemie habe aber auch ein Schlaglicht auf die gesellschaftlichen Schwachstellen geworfen. Niemals zuvor seien Altersarmut, Vereinsamung und der Pflegenotstand so dramatisch zu Tage getreten wie in der Pandemie. „Problematisch war in dieser Zeit vor allem der Zugang zu Dienstleitungen, auf die viele ältere Menschen angewiesen sind“, stellte Klitzing heraus. Die Tafeln beispielsweise durften keine Lebensmittelspenden an bedürftige Rentnerinnen und Rentner ausgeben, Seniorinnen und Senioren in Alten- und Pflegeheimen keinen Besuch empfangen können. „Auch therapeutische Maßnahmen oder Gruppenaktivitäten– für viele Ältere oft die einzigen Kontakte – waren nicht möglich. Viele haben sich bis heute nicht von den Folgen der emotionalen Vernachlässigung erholen können“, rief der dbb senioren Chef in Erinnerung.

Dazu beigetragen hätte auch die teilweise schlechte digitale Ausstattung der Pflegeeinrichtungen und fehlende Digitalkompetenz der über 60-Jährigen. „Viele ältere Menschen sind quasi digital abgehängt. Der Bund muss hier mehr tun und insbesondere Pflegebedürftigen digitale Teilhabe ermöglichen – zum einen durch den Ausbau der Netzinfrastruktur vor allem im ländlichen Raum und der besseren technischen Ausstattung von Pflegeeinrichtungen, zum anderen mit niedrigschwelligen Schulungsangeboten für über 60-Jährige“, fordert Klitzing.

Auch die seit langem angemahnten Missstände in der Pflege müssten laut Klitzing schnellst möglich behoben werden: „Die unter Dauerüberlastung stehenden Pflegekräfte haben kaum Zeit für die Grundversorgung. Wichtige Zeit für Gespräche und persönliche Kontakte mit den Älteren, ein ganz essenzieller Bestandteil der Pflegetätigkeit, bleibt auf der Strecke. Hier muss endlich für Entlastung gesorgt werden. Besser Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung sind dringen angebracht, um langfristig wieder mehr Menschen für den Pflegeberuf begeistern zu können.“

Hintergrund

Der Internationale Tag der älteren Menschen geht auf einen Beschluss der Vereinten Nationen zurück und wird seit 1991 begangen. An diesem Tag soll auf die Belange der älteren Generation hingewiesen und für mehr Verständnis und Rücksichtnahme innerhalb der Gesellschaft geworben werden. 2021 steht der Aktionstag unter dem Motto „Digitale Gerechtigkeit für alle Altersgruppen“.

 

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