• Branchentag in Leipzig

Branchentag Lehrkräfte:

Arbeitsbedingungen in Schulen müssen mit Anforderungen an Lehrer Schritt halten

Die Arbeitsbedingungen an Schulen müssen verbessert werden, damit der Lehrerberuf wieder an Attraktivität gewinnt. Das machte Willi Russ, Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb, auf dem Branchentag Lehrkräfte am 23. November 2016 in Leipzig klar.

Bundesweit kommen, bevor die Gremien des dbb am 14. Dezember die gewerkschaftlichen Forderungen zur Einkommensrunde 2017 für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder beschließen, auf solchen dbb-Branchentage die Mitglieder zu Wort. Sie diskutieren über spezifische Probleme, Besonderheiten und Erwartungen von Berufsgruppen, die von der Einkommensrunde betroffen sind. In Leipzig trafen sich Mitglieder der Lehrerverbände SLV (Sächsischer Lehrerverband im VBE), PVS (Philologenverband Sachsen) und LVBS (Berufsschulverband).

„Lehrerinnen und Lehrer gehen, nicht nur in Sachsen, zu Recht mit großen Erwartungen in die nächste Einkommensrunde“, sagte Willi Russ, der die Verhandlungen für den dbb führen wird. „Die Anforderungen an diese Berufsgruppe und ihre Leistungen sind höher denn je. Damit halten leider die Arbeits- und Einkommensbedingungen noch nicht Schritt. Für uns ist deshalb besonders die Weiterentwicklung der Entgeltordnung im Lehrkräftebereich ein wichtiges Thema. Der vom dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder 2015 geschlossene Tarifvertrag bietet eine solide Grundlage.“ Spürbare Verbesserungen seien unerlässlich. „Sonst gibt es weder eine Entlastung für die derzeit tätigen Lehrkräfte, noch gelingt die Werbung um den Nachwuchs, den die Schulen so dringend brauchen“, so Russ.

Der stellvertretende Vorsitzende der dbb-Bundestarifkommission und Landesvorsitzende des SLV Jens Weichelt plädierte für die Einführung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe in der Länder-Entgelttabelle analog zu Bund und Kommunen. „Die Bildungsqualität in Sachsen können wir nur nachhaltig sichern, wenn die Lehrerinnen und Lehrer Anerkennung spüren“, sagte er. „Sie haben den Freistaat auf Spitzenplätze namhafter Vergleichsstudien geführt, schaffen die Integration der Flüchtlingskinder und haben in den kommenden Jahren mit der Ausbildung des Lehrernachwuchses und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern zusätzliche Mammutaufgaben zu bewältigen.“

Hintergrund

Bei den Branchentagen treffen sich in ganz Deutschland die Beschäftigten der einzelnen Berufsgruppen, um mit dbb-Vertretern über die Situation in ihren Arbeitsbereichen und die Erwartungen an die kommende Einkommensrunde zu diskutieren. Die Ergebnisse der Gespräche fließen in die endgültige Forderung des dbb an die Arbeitgeber ein, die am 14. Dezember 2016 von den gewerkschaftlichen Gremien in Berlin beschlossen wird.

Anfang 2017 beginnen die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Davon werden insgesamt fast drei Millionen Beschäftigte betroffen sein: Rund 800.000 Arbeitnehmer der Länder (ohne Hessen), für die der TV-L direkte Auswirkungen hat, sowie etwa 2,2 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger in Ländern und Kommunen (ohne Hessen), auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll.

 

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