dbb bundesfrauenvertretung fordert politische Neuausrichtung – Demografie ist auch weiblich!

Damit Frauen nicht zu den gesellschaftlichen Verliererinnen des demografischen Wandels werden, hat die dbb bundesfrauenvertretung am 12. März 2012 eine politische Neuausrichtung gefordert. „Mit dem wachsenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung wird sich Prognosen zufolge auch der Frauenanteil an der Gesamtbevölkerung erhöhen. Eine – bisher nur in wenigen Bereichen auszumachende – gendergerechte Betrachtungsweise wird deshalb auch auf allen Ebenen immer notwendiger. Dieser Herausforderung muss sich auch der öffentliche Dienst als einer der größten Arbeitgeber Deutschlands stellen. Immerhin beschäftigt er insgesamt mehr Frauen als Männer. Das heißt, bei sämtlichen politischen und strukturellen Entscheidungen den öffentlichen Personalkörper betreffend müssen die Auswirkungen auf beide Geschlechter bedacht werden“, hob Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung hervor.

In einem aktuellen Strategiepapier bezieht die dbb bundesfrauenvertretung Stellung zur Demografischen Entwicklung in Deutschland und präsentiert gendergerechte Lösungsvorschläge. Darin fordert sie die öffentlichen Arbeitgeber auf, der Arbeitskraft älterer, erfahrener Beschäftigter größeren Wert beizumessen, aber auch junge Frauen beruflich zu fordern und zu fördern. Neben der gendergerechten Budgetierung der jeweiligen Etats, fordert die dbb bundesfrauenvertretung zudem die Harmonisierung von Steuer-, Familien- und Unterhaltsrecht sowie eine Reform der Alterssicherungssysteme. Vor allem aber müsse der Leitgedanke des Gender Mainstreaming gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel in allen Politikfeldern deutliche Berücksichtigung finden.

„Der öffentliche Dienst wird es sich angesichts des demografischen Wandels und des damit verbundenen Fachkräftemangels nicht länger leisten können, auf die Arbeitskraft von Frauen zu verzichten. Hier müssen die Dienstherren eine Zwei-Phasen-Strategie verfolgen: Sie müssen die aktuelle Arbeitsmarktsituation in ihrer Personalentwicklung berücksichtigen und gleichzeitig zukunftsorientiert denken“, erklärt Wildfeuer. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen auch eine partnerschaftliche Verteilung der Familien- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern voraussetze. „Hausarbeit und Kindererziehung, aber auch die Pflege der Angehörigen muss stärker auch von Männern wahrgenommen werden Ein Nebeneinander von Beruf und Familie muss selbstverständlich werden und zwar für Männer und Frauen. Dafür müssen insbesondere Führungskräfte stärker sensibilisiert werden.“

 

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Strategiepapier (PDF)

 

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