22. Europäischer Abend des dbb - „Europas Wirtschaft – Risse im Fundament?“:

dbb fordert eine neue Europapolitik

„Wo zu hohe Schulden sind, muss gespart werden, wo Strukturen veraltet und verkrustet sind, muss reformiert werden. Gleichzeitig muss es aber Investitionen geben in Infrastruktur und Bildung. Sonst kann ein Land nicht wieder auf die Beine kommen“, sagte der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 16. März 2015 in Berlin im Vorfeld des mit prominenten Gästen besetzten 22. Europäischen Abends („Europas Wirtschaft – Risse im Fundament?“) mit Blick auf die aktuelle europäische Krisenpolitik.

Die europäische Politik der vergangenen Jahre sei zu einseitig ausgerichtet gewesen. „Dazu haben wir in Deutschland leider maßgeblich beigetragen“, so der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Chef der komba-gewerkschaft weiter. Silberbach diskutiert am heutigen Montagabend, wie es mit Europas Wirtschaft weitergehen soll.

Eine einseitige Konzentration auf die Staatsausgaben sei falsch. „Die Staatseinnahmen und der effiziente Einsatz öffentlicher Mittel müssen viel stärker in den Blick genommen werden“, ergänzt der dbb Bundesvorsitzende und Gastgeber des Europäischen Abends, Klaus Dauderstädt. Dauderstädt und Silberbach fordern mehr Respekt vor Vereinbarungen und Regeln, aber auch mehr Solidarität in Europa, besonders in der Wirtschafts- und Währungsunion. „Bei den Reformen, die allen Euro-Ländern abverlangt werden, müssen die Arbeitsmarkteffekte stärker im Vordergrund stehen“, so der dbb Bundesvorsitzende. „Jedes Mitglied der EU kann in wenigen Jahren schon wieder schlechter dastehen als heute und auf die Solidarität seiner Nachbarn und Partner angewiesen sein. Deshalb ist einseitig deutschlandzentriertes Denken in der Krise nicht unbedingt weitsichtig“, warnt Silberbach.

„Europas Wirtschaft – Risse im Fundament?“, lautet der Titel des 22. Europäischen Abends, der heute um 18.30 Uhr im dbb forum berlin eröffnet wird. Der Abend ist eine Kooperationsveranstaltung des dbb beamtenbund und tarifunion, der Europa-Union Deutschland, der Europäischen Kommission und des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE). EU-Kommissar Günther Oettinger und Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, werden in ihren Impulsvorträgen auf die aktuelle wirtschaftliche Situation Europas eingehen und mögliche Entwicklungen beleuchten. Unter der Moderation Annette Rollmann diskutieren hierzu anschließend Marion von Haaren (Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio), Andreas Kluth (The Economist), Richard Kühnel, (Vertreter der EU-Kommission in Deutschland), Linn Selle (Preisträgerin „Frau Europas 2014“) und Ulrich Silberbach (stellvertretender dbb Bundesvorsitzender).

 

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