Austausch mit Marcel Emmerich (Bündnis 90/Die Grünen) Demokratie schützen geht nur mit dem öffentlichen Dienst
Der öffentliche Dienst und das Beamtentum stehen derzeit stark unter Beschuss. dbbj-Vorsitzender Matthäus Fandrejewski fordert eine faktenbasierte Debatte.
„Die aktuellen Sozialreformen sind nicht nur eine Zumutung für die Arbeitnehmenden, sie bieten den extremen Rändern auch ausreichend Gelegenheit, sie für ihre Zwecke auszuschlachten“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, am 4. Mai 2026 im Anschluss an ein Gespräch mit Marcel Emmerich, dem beamtenpolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Wasser auf die Mühlen derer zu gießen, die die Demokratie aktiv bedrohen, könne nicht im Interesse der demokratischen Parteien sein.
Statt Arbeitnehmende zusätzlich zu belasten, sollte die Politik den Fokus darauf legen, die Institutionen zu stärken, die Schutz gegen extremistische Kräfte bieten. „Der öffentliche Dienst ist der Garant für einen handlungsfähigen Staat und somit für eine starke Demokratie. Dass ausgerechnet in einer Zeit, in der unser demokratisches System so unter Beschuss steht, das Berufsbeamtentum permanenten Angriffen ausgesetzt ist, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar“, betonte Fandrejewski. Aus seiner Sicht sei es wichtig, wirklich alle Fakten in die Debatte mit einzubeziehen: „Mir fällt zum Beispiel auf, dass in der Debatte um die Pensionen oft übersehen wird, dass in den Pensionen neben der klassischen Alterssicherung auch die betriebliche Komponente implizit enthalten ist.“
Auch das Thema Gewalt gegen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst hat Fandrejewski beim Treffen mit Emmerich angesprochen: „Die Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist erschreckend. Und noch immer gibt es ein großes Dunkelfeld.“ In der dbb-Umfrage von 2025 hatte die Hälfte der befragten Beschäftigten angegeben, schon einmal bei ihrer Tätigkeit behindert, beschimpft oder tätlich angegriffen worden zu sein – Tendenz steigend. Die dbb jugend fordere deshalb aussagekräftige Erhebungen, die als Grundlage für konkrete Schutzmaßnahmen dienen. „Viele vergessen, dass nicht nur die Polizei, sondern auch Beschäftigte in Schulen, der Arbeitsverwaltung und im kommunalen Bereich Gewalt erfahren. Wir setzen darauf, dass die Grünen bei dem Thema mit uns an einem Strang ziehen.“



