dbb Bildungsgewerkschaften

Die berufliche Bildung muss mehr Wertschätzung bekommen

Deutschlands Bildungssystem schneidet im internationalen Vergleich vor allem bei der beruflichen Bildung gut ab. Zu diesem Ergebnis kommt die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“, die am 8. September 2020 vorgestellt wurde.

„Die berufliche Bildung ist eine der großen Stärken des deutschen Bildungssystems und wird auch nach der Covid-19-Pandemie eine maßgebliche Rolle spielen“, kommentierte der Vorsitzende des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR) und dbb Vize Jürgen Böhm. Deutschland habe seine besondere Stellung auch durch die duale Ausbildung behauptet. „Allerdings dürfen wir nicht aufhören, uns zu verbessern. Wir müssen die Qualität der Abschlüsse erhalten und vertiefen. Hier braucht es gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung.“

Das bestätigte auch die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing: „Es wird Zeit, die berufliche Bildung neben der akademischen Bildung politisch so zu stärken, dass die berufliche Bildung auch tatsächlich die gesellschaftliche Wertschätzung bekommt, die ihr angesichts ihres Erfolges nicht nur im internationalen Vergleich, sondern auch in Deutschland gebühren sollte.“ In fast keinem anderen OECD-Land seien die Berufsaussichten mit einem beruflichen Abschluss für die junge Generation so gut wie in Deutschland.

„Die Wertschätzung, die den Berufsbildnern in der Studie zu Teil wird, ist schön. Nur kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die berufliche Bildung in der deutschen Bildungspolitik seit jeher stiefmütterlich behandelt wird“, sagte Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) und verwies auf den Mangel an Lehrkräften. Den beanstande auch die OECD-Studie. Bis 2030 würde sich die Situation noch verschärfen, denn in den nächsten zehn Jahren wird gut die Hälfte der rund 125.000 Berufsschullehrenden in den Ruhestand gehen.

 

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