Verband Bildung und Erziehung (VBE)

Digitalisierung der Bildung: Kraftakt notwendig

Während der Trend längst in Richtung des Einsatzes künstlicher Intelligenz zeigt, hinkt die Ausstattung an jeder zehnten Schule soweit hinterher, dass nicht einmal einzelne Klassensätze digitaler Endgeräte vorhanden sind. Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Schulleitungen zum Thema „Digitalisierung“ im Auftrag des VBE.

Der VBE Bundesvorsitzende Gerhard Brand sagte dazu: „Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist eklatant. Während die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz in einer Stellungnahme empfiehlt, ab der weiterführenden Schule den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu trainieren, steht jede zehnte Schulleitung ohne Geräte da. Da endet die Gleichwertigkeit der Lernverhältnisse. Mit dem, was die Schülerinnen und Schüler an Endgeräten mitbringen und den dazugehörigen, verschiedensten Systemen muss die Lehrkraft dann umgehen. Das ist eine Zumutung, ineffektiv, fehleranfällig und unwürdig für das Jahr 2024.“

Nach ersten Anlaufschwierigkeiten aufgrund der deutlich zu hohen bürokratischen Hürden sei der Digitalpakt in der Folge sehr gut angenommen worden. Nur wenige Schulleitungen geben in der Umfrage an, keinen Antrag zur Förderung gestellt zu haben. Allerdings zeige sich, dass weitere Mittel benötigt werden. Drei Viertel der Schulleitung, deren Schulen bereits gefördert wurden, geben dies an. Brandt sieht das als Beweis der vielfältigen Herausforderungen an: „Zum einen haben bisher nicht alle Schulen Klassensätze an Geräten, zum anderen wissen wir aus vorhergehenden Befragungen, dass auch die Infrastruktur mit Breitbandinternet und WLAN in den Räumen noch nicht optimal ist. Und während die letzten noch keine Geräte haben, veralten die zuerst ausgegebenen schon wieder. Es fehlt an einer nachhaltigen Vision für eine stets auf einem guten technischen Stand ausgestatteten Schule. Ausstattung, Wartung, Support: All das darf nicht auf den Schultern einzelner Engagierter liegen. Es braucht externe Unterstützung durch dafür ausgebildete Fachkräfte und Entlastungen in Höhe der tatsächlich benötigten Zeit für die Lehrkräfte. Was nun notwendig ist, ist ein Kraftakt von Bund, Ländern und Kommunen, die gemeinsam und nachhaltig, flächendeckend und langfristig die Digitalisierung an Schulen sichern. Ein Digitalpakt für die Ewigkeit, wenn man so möchte.“

Ein Lichtblick unter den Ergebnissen der Studie ist für den VBE, dass 80 Prozent der befragten Schulleitungen angeben, dass mindestens die Hälfte bis fast alle der Lehrkräfte ihrer Schule bereits Fortbildungen zum Thema „Digitalisierung“ wahrgenommen haben. Brand: „Wer eine Fortbildung wahrnimmt, teilt das neue Wissen auch mit dem Kollegium. Wir können also davon ausgehen, dass an diesen Schulen ein solider Kenntnisstand zum Arbeiten mit digitalen Endgeräten gewährleistet ist. In Zeiten des Lehrkräftemangels ist es zudem nicht selbstverständlich, dass Lehrkräfte an Fortbildungen teilnehmen können. Umso mehr freut es uns, dass die Entwicklungen deutlich in die Richtung eines immer stärkeren Wissenszuwachses gehen. Das ist dringend notwendig, da es auf dem Feld gerade in den letzten Jahren und erwartbar auch in den nächsten zu enormen Veränderungen kommen wird.

 

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