Einfachere Steuererklärung nur mit großzügigen Pauschalen!

FDP-Chef Guido Westerwelle versucht mit der Forderung nach einer einfacheren Steuererklärung zu punkten. In „Bild am Sonntag“ (Ausgabe vom 15. August 2010) regt er u.a. geringeren bürokratischen Aufwand mit weniger Belegen und den Versand vorausgefüllter Formulare durch das Finanzamt an. Für Steuerfachleute eher ein „PR-Gag“. Denn wirkliche Vereinfachung ist weniger eine Frage des Bürokratieabbaus als der Einführung großzügigerer Pauschalen.

„Was da vorausgefüllt werden soll, macht die wenigste Arbeit“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) Dieter Ondracek, der zugleich stellvertretender dbb Bundesvorsitzender ist, in der Sächsischen Zeitung zu Westerwelles Vorstoß. „Name, Konto, Lohn, Versicherungen, Rentenmitteilungen seien aus den Vorjahren bekannt. Selbst außergewöhnliche Belastungen kehrten jedes Jahr wieder." Das werde von den meisten ohnehin auf ihrem Computer gespeichert.

Was den Abbau des bürokratischen Aufwand durch weniger Belege betrifft, ließ Ondracek keinen Zweifel darüber aufkommen, dass hier kaum Vereinfachungspotential besteht: „Solange es Abzugsmöglichkeiten gibt, geht es nicht viel einfacher als heutzutage – da muss man abfragen." Der einzig richtige Weg zur Erleichterung wäre der Abzug großzügiger Pauschalen. Dann müsste man gar keine Steuererklärung mehr abgeben.

 

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