dbb frauen

Familie und Beruf nicht gegeneinander ausspielen

Viele Frauen gehen aufgrund von familiären Pflichten in Teilzeit oder werden nicht erwerbstätig. Die dbb frauen und der Bayerische Beamtenbund wollen Arbeit für Frauen attraktiver machen.

„Frauen wollen erwerbstätig sein und auf eigenen Beinen stehen Aber es sind primär Frauen, die Kinder oder Angehörige betreuen und pflegen und deshalb nur in Teilzeit oder in manchen Fällen sogar gar nicht arbeiten – weil ein Tag nun Mal nur 24 Stunden hat. Früher gingen Väter arbeiten und Mütter blieben zuhause, um den Haushalt zu schmeißen. Heute ist dieses Modell ideell überholt und finanziell kaum tragbar. Und dennoch wird von Frauen erwartet, dass sie das Gros der unbezahlten Sorgearbeit zuhause übernehmen – trotz Erwerbstätigkeit“, machte Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 7. September 2023 auf der Sitzung der Hauptversammlung der dbb frauen in Nürnberg deutlich. Sie forderte mehr finanzielle Hilfe, um Beruf und Familie zu vereinigen. „Die Politik darf unbezahlte Care-Arbeit nicht gegen Erwerbstätigkeit ausspielen. Wir brauchen Hilfen bei der Organisation von Betreuungsplätzen, flexible Arbeitszeitlösungen sowie bezahlte Auszeiten für pflegende Angehörige.“ Derzeit seien 85 Prozent der Männer erwerbstätig, aber nur 77 Prozent der Frauen. Die Corona-Pandemie habe der Erwerbstätigkeit von Frauen nochmal einen merklichen Dämpfer verpasst. „Das müssen wir jetzt wieder aufholen“, sagte Kreutz.

Der öffentliche Dienst nehme bei der Erwerbstätigkeit von Frauen eine Vorbildrolle ein, erläutert Kreutz: „Die Stellen im öffentlichen Dienst sind zu 58 Prozent mit Frauen besetzt. Allerdings arbeiten Frauen oft in weniger gut vergüteten Branchen oder Positionen und deutlich öfter in Teilzeit als Männer. Folglich haben sie größere Schwierigkeiten, die Karriereleiter zu erklimmen, Vermögen aufzubauen und ausreichend für ihr Alter vorzusorgen. Das muss sich ändern. Wir brauchen dringend mehr Frauen in besser bezahlten Berufen und in Führungspositionen. Denn gemischte Teams sind die besten Teams. Gleichzeitig müssen wir typische Frauenberufe – beispielsweise im Sozial-, Erziehungs-, und Gesundheitswesen finanziell aufwerten.”

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betonte im Rahmen seiner Rede: „Gleiche Chancen und Möglichkeiten für alle! Der Bayerischen Staatsregierung ist es ein großes Anliegen die Erwerbstätigkeit von Frauen zu steigern. Bereits jetzt haben wir – nicht zuletzt dank des unermüdlichen Einsatzes der Bundesfrauenvertretung – die Gleichstellung von Frauen und Männern maßgeblich positiv beeinflusst. Wir bieten nicht nur eine sehr gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch gleiche Karrieremöglichkeiten. Über 60 Prozent des Personals in der Staats- und Kommunalverwaltung sind Frauen – der öffentliche Dienst kommt nur gemeinsam mit seinen Frauen voran! Ein herzliches Dankeschön an die Bundesfrauenvertretung für ihre bedeutsame und herausragende Arbeit!“

Einen weiteren Bericht von der Hauptversammlung der dbb frauen gibt es auf www.dbb-frauen.de.

 

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