Gespräch mit Denise Loop (Grüne) Fandrejewski: Weniger Hierarchien, mehr Gestaltungsmöglichkeiten
Der öffentliche Dienst braucht eine modernere Kultur, forderte der Chef der dbb jugend im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Denise Loop.
„Frischer Wind kann nur im öffentlichen Dienst einziehen, wenn Hierarchien und starre Strukturen ihn nicht gleich wieder aus den Segeln nehmen“, sagte Matthäus Fandrejewski am 1. April 2026 in Berlin. Es gehe darum, eine Kultur zu fördern, die Kreativität ermöglicht, Wissenstransfer stärkt und Digitalisierung nachhaltig voranbringt. Das verdeutlichte der Vorsitzende der dbb jugend im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Denise Loop (Grüne). „Es muss Raum dafür sein, um auch einmal um die Ecke zu denken und neue Wege auszuprobieren. Maßgeblich muss am Ende sein, ob die Dinge funktionieren. Daran messen die Bürgerinnen und Bürger den öffentlichen Dienst.“
Zwei Fliegen mit einer Klappe
Fandrejewski verspricht sich davon nicht nur, den Service für die Menschen zu verbessern. „Wir schlagen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn wir den Kulturwandel schaffen. Denn er würde auch alles mit sich bringen, was sich die Fachkräfte der Zukunft wünschen, die wir so dringend brauchen. Klare Entwicklungsmöglichkeiten, eigenen Gestaltungsspielraum und flexible Arbeitsbedingungen“ – zu letzterem gehöre, mehr Teilzeitoptionen zu schaffen, insbesondere für Führungskräfte (Top-Sharing). Denn gerade für junge Familien sei es oft schwierig, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.
Nicht zuletzt verwies Fandrejewski darauf, dass die Debatte über mehr Effizienz im öffentlichen Dienst wichtig sei. „Wir müssen Aufgabenkritik üben“, sagte er. „Aber dabei dürfen die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger nicht aus dem Blick geraten. Es muss bei der Aufgabenkritik vor allem um interne, bürokratische und nicht mehr zeitgemäße Prozesse gehen. Insbesondere auf kommunaler Ebene können uns einheitliche Lösungen voranbringen, es muss nicht jede Gemeinde das Rad neu erfinden.“



