• Diskussion bei der Arbeitsagentur Berlin Brandenburg
    Die Arbeitsagentur Berlin Brandenburg lotet in einer Diskussion aus, wie sich Führungspositionen mit Familienpflichten vereinbaren lassen (v.l.n.r.): Moderatorin Sofie Geisel (DIHK Service), Helene Wildfeuer (Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung),

Frauen und Männer in Führungspositionen - mit Familienpflichten?

„Wir müssen von der Präsenzkultur im Job wegkommen, und stattdessen eine Ergebniskultur einführen, wenn wir mehr Frauen mit Familienpflichten in Führungspositionen sehen wollen“, forderte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 1. September 2014 in Berlin anlässlich des Fachforums der Arbeitsagentur Berlin Brandenburg zum Thema „Frauen und Männer in Führungspositionen- mit Familienpflichten?“. Tatsache ist, dass die Mehrzahl männlicher Führungskräfte Kinder hat, dagegen sind Frauen, die sowohl eine Führungsposition bekleiden und auch eine Familie haben, selten.

Bislang fehlt es vielen (meist männlichen) Vorgesetzten an Verständnis für Probleme, die aus der Vereinbarkeit von Beruf und Familie entstehen. „Das ist leider auch nicht weiter verwunderlich“, stellte Helene Wildfeuer fest, „da sie das eigene Problem der Vereinbarkeit oftmals an ihre Partnerinnen delegierten, die ihnen den Rücken freihalten. Dadurch bleibt es bei der familienunfreundlichen Präsenzkultur im Arbeitsalltag, die sich durch lange Arbeitszeiten und beispielsweise auch durch abendliche Sitzungstermine auszeichnet. Stattdessen muss ein Umdenken hin zu einer Ergebniskultur erfolgen, die mit familienfreundlichen Zeit- und Arbeitsabläufen einhergeht. Es hapert an guten Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit- und das gilt nicht nur für Führungspositionen.“ Die dbb bundesfrauenvertretung setzt sich für flexible Teilzeitmodelle und familienfreundliche Arbeitszeiten ein.

Bislang gibt es in Deutschland kaum Führungskräfte in Teilzeit, hier forderte Helene Wildfeuer einen Bewusstseinswandel, der bei den Führungskräften beginnen muss: „Immer wieder wird hier das Totschlagargument gebracht, dass Führen in Teilzeit nicht möglich sei. Dieses „geht nicht“ ist eher als „will ich nicht“ zu verstehen. Ein solcher, längst überfälliger Bewusstseinswandel setzt entsprechende Schulungen der Führungskräfte voraus. Sie müssen die Impulse setzen, und auch Mut zur Führung in Teilzeit beweisen!“

 

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