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Internationaler Frauentag: Chancengerechtigkeit zentral für Gleichstellung

Neben der Chancengleichheit sei auch die Chancengerechtigkeit unabdingbar für die Gleichstellung der Geschlechter, unterstreicht dbb frauen Chefin Milanie Kreutz zum Weltfrauentag.

„Das grundlegende Problem, das wir beim Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter haben, ist, dass der Bedeutung von Chancengerechtigkeit in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nicht genug Rechnung getragen wird“, betonte dbb frauen Chefin Milanie Kreutz am 7. März 2023 in New York, wo sie anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März 2023) als Mitglied der Delegation der Bundesregierung an der 67. Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen (UN) teilnimmt.

Die Schwerpunktthemen der diesjährigen UN-Frauenrechtskommission, Innovation und technologischer Wandel sowie Bildung im digitalen Zeitalter, würden verdeutlichen, dass in der Gleichstellung der Geschlechter neben der formalen Chancengleichheit auch Chancengerechtigkeit eine größere Rolle spielen müsse: "Der Unterschied ist einfach zu erklären: Chancengleichheit gibt jedem das gleiche Werkzeug, um beispielsweise einen Berg zu besteigen. Chancengerechtigkeit hingegen sorgt dafür, dass der Weg zur Spitze für alle gleich leicht oder schwer ist."

Dafür müsse der Staat eine aktivere Rolle einnehmen, bekräftigt Kreutz: „Es geht uns nicht nur darum, dass jede oder jeder genau dieselben Möglichkeiten auf dem Papier hat. Ohne passgenaue politische Maßnehmen erhalten Frauen nicht dieselben Chancen wie Männern, weil sie eben nicht gleich sind und andere Ausgangsbedingungen haben. Frauen kämpfen gegen strukturelle Nachteile an, die sich nicht von selbst in Luft auflösen.“

Neben der gezielten schulischen Förderung von Mädchen und jungen Frauen, um eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees zu ermöglichen, gelte es auch, die Arbeitswelt der Zukunft als Vehikel für Gleichstellung zu nutzen: „Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft und Arbeitswelt grundlegend. Selbstverständlich betrifft das auch die Geschlechterverhältnisse. Algorithmen arbeiten nicht immer diskriminierungsfrei und Frauen haben Studien zufolge einen geringeren Digitalisierungsgrad als Männer. Wir müssen in Deutschland erheblich in die Bildungsinfrastruktur und in die Digitalisierung investieren. Aber diese Investitionen dürfen nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen, sondern müssen auf ihre gleichstellungsrelevante Wirkung hin geprüft werden. Nur so stellen wir eine nachhaltige und geschlechtergerechte digitale Zukunft für alle sicher“, fordert Kreutz.

„Gleichzeitig haben digitale Technologien und der Wandel der Arbeitswelt auch großes Potenzial, um Geschlechterstereotype zu durchbrechen und Machtverhältnisse neu zu verhandeln. Dazu gehört auch das Konzept von lebenslanger Bildung, welches Frauen und Männer gleichermaßen befähigt, den Anforderungen einer sich immer rascher wandelnden Arbeitswelt gerecht zu werden. New Work Modelle wie ort- und zeitflexibles Arbeiten können die Gleichstellung durch eine bessere Work-Life-Balance vorantreiben, aber nur, wenn es klare gesetzliche Rahmenbedingungen gibt und unbezahlte Sorgearbeit zuhause von Frauen und Männern gleichermaßen übernommen wird. Flache Hierarchien und agile Arbeitsmethoden tragen außerdem dazu bei, dass die Leistung aller Beschäftigten sichtbarer wird. Für Frauen bietet das eine größere Chance auf diskriminierungsfreies Fortkommen in der Arbeitswelt.“

Hintergrund:

Weltweit wirft der Internationale Frauentag jedes Jahr am 8. März ein Schlaglicht auf die Gleichstellung der Geschlechter. Das Motto des Aktionstages für Frauenrechte in diesem Jahr lautet „Embrace Equity“ und zielt darauf ab, die Welt darüber zu informieren, warum Chancengleichheit nicht genug sei und warum echte Gleichstellung Chancengerechtigkeit erfordere.

 

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