Deutscher Philologenverband (DPhV)

Lehrkräfte: Kritik an Absenkung des Qualitätsniveaus und der Besoldung

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) kritisiert den programmatisch qualitätssenkenden Umgang der Kultusministerinnen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit nachzuqualifi-zierenden Lehrkräften und fordert die Kultusministerkonferenz (KMK) auf, dies bei der heute in Berlin beginnenden Konferenz zu thematisieren und im mehrheitlichen Konsens der Länder zu unterbinden.

Wegen des Lehrkräftemangels benötigen in Brandenburg die nachzuqualifizierenden Lehrkräfte für ihre Verbeamtung künftig keinen Staatsexamens- oder Masterabschluss mehr, um ein Berufsleben lang Schülerinnen und Schüler zu unterrichten. Dazu hat die Kultusministerin mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ausgehandelt, dass diese Lehrkräfte in A11 und A12 eingestellt werden. Die GEW hatte bisher für die Anhebung der Besoldung der Grundschullehrkräfte nach A13 plädiert. Jetzt beteiligt sie sich – entgegen früherer anderer Bekundungen – an der Senkung von Anforderungsniveau und Besoldung.

In Mecklenburg-Vorpommern wird aktuell über die Verordnung zum Seiteneinstieg, in der zwar ein höherer Wert auf die Qualifizierungsvorbereitung und -wege gelegt wird, beraten. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass man sich in Mecklenburg-Vorpommern ohne einen akademischen Abschluss für das Lehramt nachqualifizieren kann.

Die Kultusministerkonferenz – und damit auch alle Länder – haben 2013 bei der „Gestaltung von Sondermaßnahmen zur Gewinnung von Lehrkräften zur Unterrichtsversorgung“ festgelegt, dass bei etwaigen Sondermaßnahmen ein Masterabschluss oder das Staatsexamen als Voraussetzung gelten. „Wenn Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die Anforderungen an Quer- und Seiteneinsteiger derart senken, wird ein grundständiges Lehramtsstudium immer weniger attraktiv. Ohne Abstimmung mit der KMK machen die beiden Länder einen Notfallplan zur Regel“, kritisiert die DPhV Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing.

Wenn einzelne Länder bewusst das Niveau senken würden, so wie es Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit ihren Modellen tun, und gemeinsame Qualitätsmaßstäbe nicht mehr eingehalten werden, setzen sie die Bildungsgerechtigkeit zwischen den Ländern zukünftig noch mehr aufs Spiel. Lin-Klitzing: „Damit werden sämtliche bisherigen Mindestanforderungen geschleift. Wir kritisieren das und fordern die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder und die Kultusministerkonferenz nachdrücklich auf, mindestens am Niveau der eigenen Beschlüsse von 2013 festzuhalten und nun auch endlich die umfassenden Standards für Akademikerinnen und Akademiker zu entwickeln, die per Nachqualifikation gerne Lehrkräfte werden wollen. Ein modularisiertes Universitätsmodell wie das sächsische sollte als Standard gelten, denn es muss um die Qualität der Bildung gehen und nicht um ein verkapptes Sparmodell.“

 

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