Deutscher Philologenverband (DPhV)

Lehrkräftebildung: DPhV und DHV ziehen an einem Strang

Der DPhV und der Deutsche Hochschulverband (DHV) wollen in Zukunft enger kooperieren. Beide wiesen auf zahlreiche Interessenüberschneidungen hin. Dazu gehöre vor allem der Wille, sich auf politischer Ebene gemeinsam für die Qualitätssicherung des Abiturs und der Lehrerbildung in Deutschland einzusetzen.

Damit die Aussagefähigkeit des Abiturs weiter gesteigert wird, erwartet der DPhV, dass die Kultusministerkonferenz das unterschiedliche Anspruchsniveau der gymnasialen Oberstufen an den verschiedenen zum Abitur führenden Schularten neu kritisch in den Blick nehme. „Es kann nicht länger sein, dass an den anderen zum Abitur führenden Schularten außer dem Gymnasium in den zwei Jahren gymnasialer Oberstufe für geringere Anforderungen bessere Noten vergeben werden. Zudem lehnen wir Regelungen der Kultusministerkonferenz ab, die ausschließlich der Notenhebung dienen“, führte Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des DPhV aus.

Dazu gehöre die Regelung, dass alle Abiturienten 20 Prozent ihrer schlechtesten Kursnoten aus der Abiturwertung herausnehmen. „Diese Regelung gehört einfach gestrichen, damit die Note und die dahinterstehende Leistung im richtigen Verhältnis stehen“, fordert Lin-Klitzing. 

Dem entspricht die Einschätzung des DHV-Präsidenten Prof. Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch: „Das Schüren falscher Hoffnungen und Erwartungen aufgrund hoher Abschlussnoten führt letztlich zu Frustration und Enttäuschung allenthalben. Über alle Bildungseinrichtungen hinweg – von den Schulen bis zu den Hochschulen – muss wieder eine Notensprache gefunden werden, die unter Ausschöpfung des Bewertungsspektrums die tatsächliche Leistungsfähigkeit angemessen widerspiegelt.“

Wer das Abitur stärken will, darf darüber hinaus nach übereinstimmender Einschätzung von DPhV und DHV keine Qualitätseinbußen bei der Lehrkräftebildung hinnehmen. Auch für Quer- und Seiteneinsteiger ins Lehramt blieben eine anspruchsvolle, fachwissenschaftliche wie fachdidaktische und pädagogische Nachqualifikation an lehrerbildenden Universitäten und Hochschulen auf Basis eines Masterabschlusses oder Staatsexamens unverzichtbar.

„Den Universitäten fehlen auf Dauer die Kapazitäten, um zu Beginn des Studiums in der nachholenden Stoffvermittlung Bildungsaufgaben der Schulen mit zu übernehmen“, so Professor Koch. Lin-Klitzing und Koch warben schließlich dafür, dass bei diesen Fragen neben den Schul- und Lehrerverbänden auch Vertreterinnen und Vertreter der Universitäten und Wissenschaftlerverbände enger in die Arbeit der Kultusministerkonferenz einbezogen werden müssten.

 

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