• Aydan Özoguz

Migrationsbeauftragte der Bundesregierung:

Noch Luft nach oben bei Diversität im öffentlichen Dienst

Ein umfassendes Diversity Management, also die Wertschätzung von Vielfalt bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ist „sicherlich noch die Ausnahme in der Bundesverwaltung“. Das sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, dem „dbb magazin“ (Ausgabe Mai 2017).

Aber auch bei Deutschlands größtem Arbeitgeber, der öffentlichen Hand, „gibt es ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass Behörden und Verwaltungen die Vielfalt der Bevölkerung abdecken sollten, dass bunte Verwaltungen flexibler, innovativer und erfolgreicher arbeiten“, so die Staatsministerin.

Özoğuz konstatierte deutliche Unterschiede zwischen Kommunal-, Landes und Bundesverwaltung. „Gerade bei Stadtstaaten, die vor besonderen Herausforderungen angesichts veränderter Bevölkerungsentwicklungen stehen, hat die interkulturelle Öffnung der Verwaltungen bereits seit Längerem hohe Relevanz.“ Auch in der Bundesverwaltung gebe es zunehmende Bemühungen um mehr Diversität und interkulturelle Kompetenzen.“ Die Bundesregierung setze besonders auf die Gewinnung von Nachwuchskräften mit Migrationshintergrund, berichtete die Bundesbeauftragte und verwies in diesem Zusammenhang auf die Werbeaktion „Unser Land braucht viele Talente. Wir sind Bund“.  Ein zielgruppenorientiertes Diversity Management habe auch die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Behörde eingeführt; sie sei damit „ein Vorreiter in der Bundesverwaltung“.

In Berlin und Hamburg sei der Anteil der Auszubildenden mit Einwanderungsgeschichte in kurzer Zeit deutlich gesteigert worden – auf fast 20 beziehungsweise 24 Prozent. Eine aktuelle Beschäftigten-Befragung in den Bundesministerien habe ergeben, dass derzeit 14,8 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bundesverwaltung eine Einwanderungsgeschichte haben. „In der Bevölkerung sind es aber 21 Prozent, sodass die Gruppe im öffentlichen Dienst unterrepräsentiert ist und Nachholbedarf besteht“, stellte Özoğuz fest. Um mehr Menschen mit Migrationshintergrund zu gewinnen, reiche die Bandbreite von gezielten Hinweisen in Stellenausschreibungen bis zu Anpassungen bei der Personalauswahl im Hinblick auf die „Kulturfairness“ von Bewerbungsverfahren. „Außerdem müssen Best Practises und Erfahrungen in der Bundesverwaltung geteilt und eine gemeinsame Strategie für mehr kulturelle Vielfalt und interkulturelle Kompetenz in der Verwaltung erarbeitet werden“, sagte Özoğuz.

 

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