Aktionstag für Angehörige

Pflege: dbb besteht auf steuerfinanzierte Entgeltersatzleistung

Wer Angehörige pflegt, soll Auszeiten nehmen können und einen finanziellen Ausgleich erhalten. Entsprechende Pläne hat die Regierung bislang aber nicht umgesetzt.

Die Pflege von Angehörigen mit dem Berufsleben vereinbaren – das ist in vielen Fällen ein Knochenjob. „Wir können doch nicht von den Betroffenen verlangen, dass sie Dinge unter einen Hut bekommen, die gar nicht unter einen Hut passen“, sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach anlässlich des bundesweiten Aktionstages für pflegende Angehörige am 8. September 2023. Die Regierung müsse umgehend handeln: „Die steuerfinanzierte Entgeltersatzleistung muss endlich kommen, wie es im Koalitionsvertrag steht. Je länger nichts passiert, desto mehr Menschen stoßen an ihre persönlichen Grenzen. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.“

Gefragt sei ein Modell, mit dem sich pflegende Angehörige freistellen lassen können und einen finanziellen Ausgleich bekommen, die sogenannte Entgeltersatzleistung. Silberbach: „Man mag sich gar nicht ausmalen, wenn Angehörige im großen Stil als Stütze des Pflegesystems wegfallen. Und das passiert bereits täglich, weil viele einfach nicht mehr können.“ Die Folge: Mehr Pflegebedürftige müssen stationär versorgt werden. „Dass an allen Ecken und Enden Personal fehlt, ist nichts Neues, von den explodierenden Kosten mal ganz abgesehen. Pflegende Angehörige befinden sich offenbar in einem Wahrnehmungsvakuum, dabei sind sie eine tragende Säule des Systems.“

Der dbb arbeitet als Mitglied im unabhängigen Beirat zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf seit Jahren für ein Modell einer entsprechenden Entgeltersatzleistung. Seinen zweiten Bericht mit konkreten Handlungsempfehlungen hat der Beirat bereits in diesem Sommer an Bundesfamilienministerin Lisa Paus übergeben. „Nicht nur der dbb, sondern vor allem die Millionen pflegenden Angehörigen haben hohe Erwartungen an die Politik“, betonte der dbb Bundesvorsitzende.

„Und wenn wir schon dabei sind, die Einlösung von Versprechen der Politik einzufordern, sollte die Politik auch die professionell Pflegenden im Blick behalten“, ergänzte Silberbach. „Denn Arbeitsbedingungen werden nicht von Versprechen attraktiver, sondern von Taten. Insofern darf man gespannt sein, inwiefern die angekündigte Krankenhausreform aus dem Bundesgesundheitsministerium nachhaltig Abhilfe schafft.“

 

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