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Praktika in Europa: CESI setzt sich für Qualitätsstandards ein

Seit langem sorgen unbezahlte und ausbeuterische Praktika unter jungen Menschen für Unmut – europaweit.

Die CESI setzt sich nun bei den EU-Institutionen für europäische Qualitätsstandards ein, insbesondere hinsichtlich einer fairen Entlohnung und eines verbesserten Zugangs zum Sozialschutz.

Jedes Jahr absolvieren Tausende junge Menschen in Europa Praktika – und dies oft unbezahlt oder gar ganz ohne Aufwandsentschädigung. Was als Berufsorientierung, erste Arbeitserfahrung oder Sprungbrett zur festen Anstellung dienen soll, endet so oft in einem frustrierenden Erlebnis. Hinzu kommt, dass Praktikanten oft nicht angemessen betreuet werden und über- oder unterfordert werden. Auch wenn es vielfach vorbildliche Praktikantenprogramme gibt: Effektive und umfassende Maßnahmen für eine angemessene Bezahlung, für Sozialschutz und für inhaltlich qualitative hochwertige Praktika fehlen in vielen Mitgliedstaaten. Viele junge Menschen leiden darunter. Insbesondere werden diejenigen benachteiligt, die es sich finanziell nicht leisten können, unbezahlt einen Pluspunkt auf dem Lebenslauf zu sammeln.

Im Rahmen einer europäischen Sozialpartner-Konsultation der Europäischen Kommission fordert CESI nun neue EU-Standards, um missbräuchliche Praktika europaweit zu beenden. Einen bereits bestehenden europäischen Qualitätsrahmen für Praktika, der auf einer unverbindlichen Empfehlung des Ministerrats beruht, stuft sie als unzureichend ein.

Konkret fordert CESI eine verbindliche und ambitionierte EU-Maßnahme zur Verbesserung der Qualität von Praktika in mindestens vier Kernbereichen: Erstens zu effektivem Zugang zu Sozialschutz, Gesundheitsversorgung, Versicherungen und Altersvorsorge; zweitens zu angemessener Beratung und Beaufsichtigung für Praktikanten; drittens zu einem Mechanismus zum Monitoring von Lernergebnissen und zu einem Rahmung zur Validierung von Praktika für den weiteren Bildungs- und Berufsweg; und viertens zu einer expliziten Klarstellung, dass Praktikanten Zugang zur Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern haben können, ohne Benachteiligungen fürchten zu müssen.

So möchte die CESI klare Indikatoren für die Qualität, Transparenz und Fairness von Praktika sicherstellen.

CESI-Generalsekretär Klaus Heeger erklärte dazu: „Junge Menschen in der EU werden während ihrer Praktika viel zu oft Opfer von minderwertigen, unbezahlten oder missbräuchlichen Arbeitsbedingungen. Einer von drei Jugendlichen gibt an, während seines Praktikums unentgeltlich zu arbeiten.” Da die Jugendarbeitslosigkeit in vielen Mitgliedstaaten nach wie vor hoch sei, die Lebenshaltungskosten weiter stiegen und die Auswirkungen der Pandemie auf die Jugend immer noch zu spüren seien, würden viele junge Menschen von Armut bedroht, so Klaus Heeger.

Er unterstrich zudem, dass dringend zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich seien, um sicherzustellen, dass junge Menschen Zugang zu hochwertigen Praktika haben, um Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten und hochwertige Arbeitsplätze zu finden. „Diese Maßnahmen müssen insbesondere sicherstellen, dass sinnvolle Lernerfahrungen geboten werden können, die Praktikanten später weitere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bieten und die gleichzeitig den Zugang zu fairer und angemessener Entlohnung, Sozialschutz und Gesundheitsversorgung ermöglichen", so Klaus Heeger.

Der vollständige Konsultationsbeitrag, der in enger Zusammenarbeit mit CESI Youth entstanden ist, kann auf der Website der CESI eingesehen werden.

 

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