Tarifeinigung öffentlicher Dienst 2014

Spürbares und soziales Einkommensplus top, Übernahmezusage-Flop

Die dbb jugend-Vorsitzende Sandra Kothe hat die Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen heute in Potsdam als „Kompromiss mit Licht und Schatten“ bewertet. „Es gibt reale Einkommenszuwächse für alle und eine wirksame soziale Komponente, also insgesamt ein Plus von über 6 Prozent für die Beschäftigten in den kommenden zwei Jahren. Das ist ein toller Verhandlungserfolg“, so Kothe.

Sichtbar enttäuscht zeigte sich die dbb jugend-Chefin angesichts der Verweigerung von Bund und Kommunen, mit der unbefristeten Übernahme der Azubis „endlich verlässliche Perspektiven für den dringend benötigten Nachwuchs aufzuzeigen. Mit diesem Flop haben sich die Arbeitgeber selbst ins Knie geschossen – wer meint, im öffentlichen Dienst ohne gut qualifizierte Nachwuchskräfte auskommen zu können, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“, kritisierte Kothe und kündigte an, dass „wir weiter für verbindliche Übernahmezusagen kämpfen werden“. Mit ihrer beeindruckenden Präsenz bei den Warnstreiks und Protesten in den vergangenen Wochen hätten die jungen Beschäftigten gezeigt, dass sie Druck machen könnten, so Kothe.

Der Tarifabschluss in Kürze:

  • Linearerhöhung von 3 Prozent zum 1. März 2014 mit tabellenwirksamem Mindestbetrag von 90 Euro
  • Linearerhöhung von 2,4 Prozent zum 1. März 2015
  • Festbetrag Azubis/Praktikanten 40 Euro zum 1. März 2014 Festbetrag Azubis/Praktikanten 20 Euro zum 1. März 2015
  • Übernahmeregelung § 16a TVAöD wird bis 29. Februar 2016 verlängert (befristete Übernahme)
  • 28 Tage Urlaub für Azubis, 29 Tage für Azubis 2./3. Lehrjahr im Bereich Pflege, 30 Tage Urlaub für alle anderen

Die dbb jugend-Chefin machte deutlich, dass man sich nun für eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf den Beamtenbereich des Bundes einsetzen werde und begrüßte das hierzu bereits von Bundesinnenminister de Maizière in Potsdam ausgesandte „positive Signal. Ebenso wie die Arbeitnehmer haben die Beamtinnen und Beamten Anspruch auf Teilnahme an der allgemeinen Einkommensentwicklung. Das ist angemessen, gerecht und notwendig!“

 

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