• Flaggen wehen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin

Internationaler Tag der Demokratie

Starke Demokratie braucht starke Frauen

Die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist weiblich, aber nur ein Drittel der Abgeordneten im Bundestag. Wie können Parteien die Beteiligung von Frauen an der Demokratie steigern?

„Es kann nicht sein, dass Frauen immer noch weniger Möglichkeiten als ihre männlichen Parteikollegen haben, den Bund, die Länder oder die Kommunen mitzugestalten,“ sagt Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, anlässlich des Internationalen Tags der Demokratie am 15. September. „Demokratie heißt, dass alle die Möglichkeit der politischen Mitgestaltung haben. Wenn aber die Hälfte der Bevölkerung bei der Mitgestaltung auf den entscheidenden Ebenen unterrepräsentiert ist, ist das kein tragbarer Zustand. Eine starke Demokratie braucht starke Frauen.“

 

„Von der Nominierung bis zur tatsächlichen Ausübung eines politischen Mandates sind die Rahmenbedingung für Frauen und alle, die Carearbeit leisten, extrem schwierig“, erklärt Kreutz. „Die festgefahrene, männlich geprägte politische Kultur erschwert die politische Partizipation von Frauen. Wir brauchen von allen Parteien Maßnahmen, die die politische Arbeit für Frauen attraktiver gestalten.“ Einige Parteien haben bereits eine Willkommens- und Förderkultur für Frauen aufgebaut – teils mit großem Erfolg. Für die Zukunft fordert Kreutz aber mehr Engagement, insbesondere von den männlichen Parteikollegen: „Um die Veränderungen in den Parteikulturen zu bewirken, müssen auch die Männer am selben Strang ziehen. Das wird nicht einfach, da Männer vom Status quo profitieren.“

 

Kreutz sieht verschiedene Steuergrößen: „Mentoring-Angebote müssen ausgebaut und bekannter gemacht werden. Partien sollen die Möglichkeit bieten, sich nach Schwangerschaft, Mutterschutz oder Elternzeit schnell wieder eingliedern zu können. Digitale Formate ermöglichen Frauen, sich auch in Phasen der sogenannten „Rush Hour des Lebens“ politisch zu beteiligen. Für die Parität brauchen wir gesetzliche Regelungen, um die Lücke zwischen Demografie und Repräsentation zu überwinden.“

 

Hintergrund

Der Internationale Tag der Demokratie wurde von den Vereinten Nationen 2007 ins Leben gerufen und findet jedes Jahr am 15. September statt. Er soll auf die Funktionen der Demokratie und ihre Herausforderungen aufmerksam machen und für mehr politische Partizipation werben.

 

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