Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS)

Warnstreik bei der AOK Nordost

Die Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS) hat ihre Mitglieder zum Warnstreik bei der Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Nordost aufgerufen.

„Die ungewöhnlich frühe Verschärfung des Tons in der Tarifauseinandersetzung hat ihre Ursache in der Absicht der AOK Nordost, sich aus der zu erwartenden Tariferhöhung der AOK-Tarifgemeinschaft ausnehmen zu lassen“, erklärte der GdS-Bundesvorsitzende und dbb Vize Maik Wagner am 19. Januar 2022. „Konkret werfen wir der AOK vor, ihren Beschäftigten ohne Not Gehaltseinbußen zuzumuten.“

Tarifverhandlungen mit der GdS, in denen die AOK Nordost das Ziel deutlicher Personalkosteneinsparungen verfolgte, waren im Herbst letzten Jahres ergebnislos verlaufen. So hatte die Kasse unter anderem die Streichung des Weihnachtsgeldes für alle Beschäftigten für drei Jahre gefordert. Die GdS hatte dies abgelehnt, da aus ihrer Sicht die wirtschaftliche Situation der AOK solch drastische Maßnahmen nicht rechtfertigte.

Nach der Erhöhung des Bundeszuschusses an den Gesundheitsfonds, der auch für die AOKs eine gewisse finanzielle Entlastung brachte, wurden die Tarifverhandlungen zunächst vertagt. Ungeachtet der dabei getroffenen Absprachen, gemeinsam mit den Gewerkschaften die finanzielle Entwicklung im Auge zu behalten und gegebenenfalls die Verhandlungen wiederaufzunehmen, ließ sich die AOK Nordost von der AOK-Tarifgemeinschaft nun von eventuellen Tariferhöhungen ausnehmen.

„Die GdS sieht damit die getroffenen Absprachen gebrochen und die Regeln der Fairness im Rahmen der Tarifpartnerschaft verletzt“, so Wagner. „Wir fordern eine angemessene Tariferhöhung für alle Tarifbeschäftigten und Auszubildenden bei den AOKs. Der Warnstreik richtet sich daher insbesondere gegen die Abkoppelung der AOK Nordost von den bundesweiten Tariferhöhungen.“

Im Rahmen des Streiks am 19. Januar 2021 waren stundenweise Beeinträchtigungen im Kundenservice und in der Erreichbarkeit der AOK Nordost in Kauf zu nehmen. Vor dem AOK-Gebäude in der Wilhelmstraße in Berlin fand eine zentrale Protestkundgebung statt, bei der die betroffenen Beschäftigten ihrem Unmut über das Verhalten der Arbeitgeber lautstark Luft gemacht haben.

 

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