Spitzentreffen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Zugang zu Führungspositionen für Teilzeitkräfte erleichtern

Die Ergebnisse des Zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung standen beim Spitzentreffen der Frauenverbände im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 7. September 2017 zur Debatte. Stellvertretend für die mehr als 400 000 weiblichen dbb Mitglieder brachte Helene Wildfeuer die Forderungen der dbb bundesfrauenvertretung zur Verbesserung der Situation der überwiegend weiblichen Teilzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst in den Meinungsaustausch ein.

Um weiblichen Beschäftigten den Zugang zu Führungspositionen zu erleichtern, müsste ein diskriminierungsfreies Beurteilungssystem installiert werden, forderte die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung Helene Wildfeuer. „Teilzeit ist auch im öffentlichen Dienst die Karrierebremse Nummer eins. Wer die Arbeitsstunden für längere Zeit reduziert, wird nicht oder nur in Ausnahmefällen mit Spitzennoten bedacht und in der Folge später oder gar nicht befördert.“ Vor allem Frauen seien davon betroffen, da sie die überwiegende Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst ausmachten. Sie müssten nicht nur schlechtere Aufstiegsmöglichkeiten, sondern auch schlechtere Verdienstchancen hinnehmen, die wiederum zu niedrigeren Alterseinkünften führten. „Aktuell beträgt der Verdienstunterschied im öffentlichen Dienst acht Prozent“, betonte Wildfeuer. Bundesfrauenministerin Barley zeigte sich problembewusst. Sie wolle die Thematik prüfen.

Frauenpolitische Wahlversprechen einhalten

Bereits im Vorfeld des Treffens hatte Wildfeuer die Bundesfrauenministerin aufgefordert, ihre frauen- und familienpolitischen Vorhaben auch nach den Bundestagswahlen bestimmt weiterzuverfolgen. „Das Gesetzesvorhaben zur Verbesserung der Qualität in Kitas und der Aktionsplan zur Aufwertung sozialer Berufe sind Projekte, die wir seit langem fordern. In der Umsetzung sehen wir einen konkreten Auftrag an die künftige Bundesregierung, egal wie diese zusammengesetzt sein wird,“ machte Wildfeuer deutlich. Viele der adressierten Frauen kämpften in ihren Branchen seit vielen Jahren für die nun angekündigten Maßnahmen wie etwa eine kostenfreie und vergütete Ausbildung, bessere Löhne und vielfältige berufliche Entwicklungschancen. Hier würden große Hoffnungen auf bessere Arbeits- und Lebensverhältnisse geweckt. Diese zu enttäuschen, würde das Vertrauen in eine ernstgemeinte Gleichstellungspolitik erschüttern. „Die künftige Bundesregierung muss der herausragenden Leistung dieser engagierten Frauen endlich Rechnung tragen“, so die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung.

 

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