• AusbildungsSTARTaktion der dbb jugend am Brandenburger Tor

Gigantisches Stapel-Spiel am Brandenburger Tor

Auszubildende im öffentlichen Dienst mahnen: „Unsere Zukunft steht auf einem wackeligen Fundament“

Wie dramatisch die Folgen der rigiden Sparpolitik und des demografischen Wandels für den öffentlichen Sektor sind, hat die dbb jugend mit einem riesigen Stapel-Spiel demonstriert.

„Der öffentliche Dienst steht kurz vor dem Fachkräftekollaps: Und was passiert, wenn man dem öffentlichen Dienst sein wichtigstes Fundament – die Beschäftigten – entzieht? Alles bricht in sich zusammen“, erklärte der dbb jugend Vorsitzende Matthäus Fandrejewski bei der traditionellen AusbildungsSTARTaktion am 8. September 2022 am Brandenburger Tor in Berlin.

Dort hatte die dbb jugend einen gigantischen Turm aus Pappklötzen, angelehnt an das Stapel-Spiel „Jenga“, aufgebaut – als Symbol für den öffentlichen Dienst. „Jeder Stein symbolisiert einen wichtigen Baustein der öffentlichen Verwaltung und deren Aufgabe für die Daseinsvorsorge in unserem Land. Werden zu viele dieser Bausteine entfernt, gerät das stabile Gefüge ins Wanken“, machte Fandrejewski deutlich. Als der Stein mit der Aufschrift „Fachkräftemangel“ entnommen wurde, stürzte der Turm aus Pappklötzen in sich zusammen.

„Unsere Zukunft steht auf einem wackeligen Fundament. Aber noch hat die Politik die Chance, den Zusammenbruch des öffentlichen Dienstes, des Rückgrats unseres Landes, zu verhindern. Denen, die ganz am Anfang ihres Berufslebens stehen, müssen echte Perspektiven geboten werden“, mahnte Fandrejewski. Auch der Ausbildung im öffentlichen Dienst käme dabei eine besondere Bedeutung zu. „Seit Jahren fordern wir eine Erhöhung der Ausbildungszahlen, um den immensen Abgängen in den Ruhestand entgegen zu wirken. Dafür müssen aber auch endlich starke Anreize gesetzt werden, um mehr junge Menschen für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst zu begeistern“, forderte der dbb jugend Chef.

Damit der öffentliche Dienst im Wettstreit um die besten Nachwuchskräfte konkurrenzfähig bleibe, müssten sich vor allem die Beschäftigungsbedingungen bessern, betonte die stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend, Sandra Heisig. „Neben einer krisenfesten Auszubildendenvergütung und einer Übernahmegarantie nach erfolgreicher Ausbildung muss auch die Ausbildung selbst modernisiert werden“, stellte Heisig heraus. Das umfasse sowohl die digitale Ausstattung der Ausbildungsstätten als auch Ausbildungsinhalte. „Hier wünschen wir uns eine sachkundige Unterstützung derjenigen, die für die Auszubildenden zuständig sind, etwa mit Seminaren und geregelten Freistellungsmöglichkeiten. Darüber hinaus brauchen wir eine stärkere Einbindung der Jugend- und Auszubildendenvertretung. Denn wer weiß besser, was Azubis brauchen, als sie selbst!“, so Heisig.

 

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