Gespräch mit Daniela Rump (SPD) dbb jugend: Schluss mit dem Beamten-Bashing!
Die Debatte über das Berufsbeamtentum versinkt im Populismus, beklagt der Chef der dbb jugend. Vor allem mit Blick auf die Rente.
„Es löst kein Problem, wenn wir Beamtinnen und Beamte in die Gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, am 20. Mai 2026 im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Daniela Rump (SPD). „Die Beiträge für die Rentenversicherung müsste man auf die Besoldung draufschlagen, denn sonst käme es faktisch zu einer nicht unerheblichen Einkommenskürzung. Mich stört, dass diese Tatsache in der öffentlichen Debatte gar keine Rolle spielt. Die Einbeziehung von Beamtinnen und Beamte in die Gesetzliche Rentenversicherung würde enorme Mehrkosten für den Staat verursachen.“
Viele Menschen haben ein völlig falsches Bild von Beamtinnen und Beamten, beklagt der Chef der dbb jugend. Aus dem aktuellen Monitor öffentlicher Dienst geht hervor, dass Feuerwehrleute unter allen Berufsgruppen das höchste Ansehen genießen. Beamtinnen und Beamte hingegen rangieren im unteren Mittelfeld. Fandrejewski: „Das ist paradox, denn die Kolleginnen und Kollegen bei der Berufsfeuerwehr sind verbeamtet. Beamtinnen und Beamte sitzen nicht den ganzen Tag faul in verstaubten Amtsstuben herum, wie manch einer denkt, im Gegenteil: Als Lehrkräfte vermitteln sie Bildung in Schulen, wovon auch die Wirtschaft profitiert. Sie verrichten ihren Dienst bei der Polizei und sorgen für Sicherheit. Und beim Zoll kämpfen sie gegen Schmuggel, Markenfälschungen und Schwarzarbeit. Diese Werte müssen wir uns vor Augen führen. Ohne Beamtinnen und Beamte geht es nicht.“
Abramov: Sicherheit am Arbeitsplatz verbessern
Daria Abramov, Erste stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend, unterstrich, dass die Politik sich besser schützend vor die Staatsbediensteten stellen sollte, anstatt sich am Beamten-Bashing zu beteiligen: „Leider gehören Beleidigungen und körperliche Gewalt für viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst zum Alltag“, sagte sie. „Wir müssen die Kolleginnen und Kollegen, die den Staat am Laufen halten, besser schützen. Wichtige Bausteine sind verpflichtende Melde- und Auskunftssysteme, Sicherheitskonzepte und Fortbildungen für Führungskräfte, um für das Thema zu sensibilisieren. Nicht zuletzt müssen wir alles dafür tun, um das Ansehen des Staates zu verbessern. Bürokratieabbau, Digitalisierung, unkomplizierter Service – das ist es, was die Menschen erwarten!“



