Austausch mit Jusos Staat muss Perspektive junger Menschen einnehmen
Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt spielt ein leistungsstarker öffentlicher Dienst eine zentrale Rolle. Die Politik muss nachbessern.
„Wegen des demografischen Wandels stehen wir vor einem Wendepunkt, es fehlen mehr als 630.000 Fachkräfte“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, bei einem digitalen Austausch mit dem Jusos-Vorstand am 20. Oktober 2026. „Der öffentliche Dienst muss sich neu aufstellen und den Generationenwechsel aktiv gestalten, damit er seine Aufgaben im Sinne der Bürgerinnen und Bürger effektiv erfüllen kann. Dabei darf natürlich die Perspektive der jungen Menschen nicht zu kurz kommen. Denn sie sind die Zukunft des Staates.“
Der Vorsitzende der dbb jugend machte deutlich, dass es aus gewerkschaftlicher Sicht viele Baustellen gibt: Die Modernisierung des Staates etwa ist nicht nur zentral, um den Service des öffentlichen Dienstes zu verbessern, sondern auch, um junge Menschen als Fachkräfte zu gewinnen – sonst nehmen sie den Staat als Arbeitgeber nicht ernst. Weiterhin betonte Fandrejewski die Bedeutung einer verlässlichen Förderung der Jugendarbeit. „Wir müssen uns auf die Mittel des Kinder- und Jugendplans des Bundes verlassen können“, sagte er. Das gelte auch für die weitere Förderung des Programms Demokratie leben. Auch den Jusos ist dieses Thema ein wichtiges Anliegen.
Fakten gegen Vorurteile
Zuletzt kritisierte Fandrejewski verbreitete Vorurteile gegen Beamt*innen. „Oft basiert das Beamten-Bashing auf Unwissenheit, die Politik muss die Bedeutung der Arbeit von Beamt*innen mehr in den Fokus rücken“, erklärte er und verwies auf das Berufe-Ranking im dbb Monitor. Demnach haben 92 Prozent der Befragten ein hohes oder sehr hohes Ansehen von Feuerwehrleuten – von Beamtinnen und Beamten lediglich 35. „Dieses Beispiel zeigt, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, dass Feuerwehrleute bei der Berufsfeuerwehr auch verbeamtet sind.“
Der Austausch machte deutlich, wie wichtig es ist, die Anliegen junger Menschen ernst zu nehmen, ihre Beteiligung zu stärken und demokratische Strukturen nachhaltig zu fördern, resümierte Fandrejewski.



