BAföG-Reform Verbesserungen kommen zu langsam
Das Bundeskabinett hat am 12. August 2026 die nächste BAföG-Reform beschlossen. Das BAföG soll digitaler, unbürokratischer und finanziell attraktiver werden.
„BAföG ist essenziell für Chancengleichheit in der Bildung und damit für den sozialen Aufstieg in unserer Gesellschaft. Die Reform geht deshalb in die richtige Richtung“, sagte Matthäus Fandrejewski, Bundesvorsitzender der dbb jugend am 13. August 2026 in Berlin. Kritisch sieht die Jugendorganisation des dbb allerdings, dass die Zuwendung der realen Entwicklung der Lebenshaltungskosten weiter hinterherläuft.
„Genauso genommen kommt die Erhöhung zu spät, wenn die erste Stufe der Angleichungen erst im April 2027 greift. Das bildet die Kostensteigerungen nicht eins zu eins ab. Außerdem kennt das BAföG bei der Wohnkostenpauschale immer noch nur den sogenannten Wohnpreis, während der echte Wohnungsmarkt ganz anders tickt“, kritisiert Fandrejewski und weist darauf hin, dass der Grundbedarf für Studierende in zwei Schritten an das aktuelle Grundsicherungsniveau angepasst und dessen heutiges Niveau von 563 Euro für Alleinstehende erst zum Sommersemester 2029 erreicht wird.
„Das ist keine Erhöhung, das ist Nachholen. Junge Menschen brauchen eine Förderung, die jetzt mit den Lebenshaltungskosten Schritt hält und ihnen nicht jahrelang hinterherläuft“, so der dbb jugend-Chef. Auch im Bereich Digitalisierung sieht Fandrejewski Nachholbedarf: „Die vollständig digitale Antragstellung ist überfällig und soll die Bearbeitungszeiten verkürzen. Ob das wirklich so kommt, werden wir sehen, denn bisher mussten viele Studierende gerade bei der Erstbeantragung sehr lange auf eine Entscheidung warten. Miete, Studiengebühren und Anschaffungskosten fürs Studium warten in dieser Zeit aber nicht.“ Entscheidend für spürbare Entlastung seien deshalb eine verbindliche Bearbeitungsfrist und Abschlagszahlungen bei Verzögerungen.



