Modernes Berufsbeamtentum Wenn ohne Aufstieg der Ausstieg folgt
Wer als Beamt*in Karriere machen möchte, muss bestimmte Wartezeiten einhalten. Die dbb jugend fordert mehr Flexibilität.
„Das Berufsbeamtentum braucht ein Update“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, bei einem Treffen mit dem Bundestagsabgeordneten Ingo Vogel (SPD) in Berlin am 10. Juni 2026. „Klar ist natürlich, dass sich Beamtinnen und Beamte im aktuellen Amt bewähren müssen. Aber klar ist auch, dass junge Menschen, die sich bewährt haben, attraktive Perspektiven brauchen.“
Deshalb braucht es mehr Flexibilität bei Laufbahnaufstiegen, forderte Fandrejewski. „Zu lange Wartezeiten führen dazu, dass motivierte Fachkräfte, die wir so dringend brauchen, in die Privatwirtschaft wechseln, weil sie dort bessere Perspektiven sehen. Ohne flexiblere Aufstiege werden immer wieder Ausstiege aus dem öffentlichen Dienst folgen. Und das können wir uns angesichts des Personalmangels nicht leisten.“
Quereinstieg muss fairer werden
Daria Abramov, Erste stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend, betonte die Bedeutung von Quereinteiger*innen im öffentlichen Dienst. „Ohne sie läuft es vielerorts nicht“, sagte sie. „Aber nur ein fairer Quereinstieg ist auch attraktiv. Der Staat muss bei der Anerkennung von Qualifikationen großzügiger sein und dies bei der Bezahlung berücksichtigen. Es ist zum Beispiel nicht vermittelbar, dass die Zuordnung in die niedrigste Erfahrungsstufe erfolgt, bloß weil irgendwelche Softwarekenntnisse fehlen. Das schreckt potenzielle Beschäftigte ab, die möglicherweise andere dringend benötigte Kenntnisse und wertvolle Kompetenzen mitbringen.“
Gleichzeitig gilt: „Es darf keine Situation entstehen, bei der Bestandpersonal gegen Quereinsteiger*innen ausgespielt wird“, resümierte Abramov. „Gleichbehandlung nach transparenten Kriterien ist für den Betriebsfrieden von zentraler Bedeutung.“



