AG Europa informiert Aktuelles aus dem Herzen der EU #Juni 2026
Transparenzpflicht für KI-Systeme und Neuerungen beim Förderprogramm ERASMUS+ – die News aus Europa im Überblick.
Neue KI-Transparenzpflichten
Ab dem 2. August 2026 gelten in der Europäischen Union neue Transparenzpflichten für Systeme der künstlichen Intelligenz (KI). Menschen müssen informiert werden, wenn sie mit KI-Systemen interagieren oder mit Deepfakes, KI-generierten Inhalten zu Themen von öffentlichem Interesse sowie Systemen zur Emotionserkennung oder biometrischen Kategorisierung konfrontiert werden. Zur Vorbereitung der Umsetzung hat die Europäische Kommission am 8. Mai einen Entwurf für Leitlinien veröffentlicht. Dieser soll den Anwendungsbereich der Vorschriften präzisieren und Anbietern sowie Betreibern bei der Einhaltung der Anforderungen helfen. Ergänzend wird ein von unabhängigen Experten entwickelter Verhaltenskodex erwartet, der als freiwilliges Instrument die Einhaltung der Vorgaben unterstützen soll. Interessengruppen, darunter auch Behörden, können bis zum 3. Juni 2026 Stellungnahmen zum Leitlinienentwurf einreichen.
Die AG Europa begrüßt die neuen KI-Transparenzpflichten. Vor dem Hintergrund der stetigen Entwicklung von KI-Systemen ist es wichtig, auch die dazugehörigen Regeln anzupassen, gerade um KI-generierte Inhalte sichtbar zu machen.
Neue Erasmus+-Generation ab 2028
Der Rat der EU hat am 11. Mai 2026 seine partielle allgemeine Ausrichtung zur neuen Erasmus+-Verordnung für den Zeitraum 2028–2034 beschlossen und damit die Grundlage für die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament geschaffen. Erasmus+ bleibt das zentrale EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport. Der Beschluss stärkt die Rolle der Mitgliedstaaten bei der Programmsteuerung und integriert das Europäische Solidaritätskorps in die neue Programmarchitektur. Freiwilligen- und Solidaritätsaktivitäten, Jugendbegegnungen, DiscoverEU sowie Mobilitätsmaßnahmen im Sportbereich sollen weiterhin gefördert werden. Zudem wird die Zusammenarbeit mit Drittstaaten stärker an die Achtung europäischer Werte geknüpft. Die endgültige Mittelausstattung wird im Rahmen der Verhandlungen zum nächsten EU-Haushalt 2028–2034 festgelegt.
Die Förderung von Jugendaktivitäten und des Austauschs unter Jugendlichen ist eines der zentralen Anliegen der EU und der AG Europa. Deshalb unterstützt die AG Europa die Vorgehensweise des Rates.
Positive Zwischenbilanz zum Europäischen Kompetenzpaket
Seit der Einführung des EU-Kompetenzpakts („Pact for Skills“) im Jahr 2020 haben über zehn Millionen Menschen an Weiterbildungen teilgenommen, davon rund 3,9 Millionen im Jahr 2025. Das Netzwerk umfasst etwa 4.000 Organisationen aus Wirtschaft, Bildung und Verwaltung, die gemeinsam über eine Milliarde Euro in die Stärkung von Kompetenzen investiert haben. Der Pakt fördert insbesondere den digitalen und ökologischen Wandel durch Ausbildungsprogramme und Partnerschaften und verbessert die Abstimmung zwischen Qualifikationsangeboten und Arbeitsmarktbedarf.
Die AG Europa begrüßt die positive Zwischenbilanz ausdrücklich und verbindet damit die Hoffnung, dass diese Entwicklung auch in Zukunft konsequent fortgesetzt wird.



